IGF-D Call for Proposals 2019

Aus IGF-D Wiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Informationen

Am 11.09.2019 findet das XI. Deutsche Internet Governance Forum (IGF-D) im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie statt. Das IGF-D ist die nationale Initiative des Internet Governance Forums der Vereinten Nationen. Inputs aus dem IGF-D werden in das globale IGF eingebracht.

Im IGF-D kommen Parlament, Jugend, Regierung, technische Community, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen um im digitalen Zeitalter auf Augenhöhe über deutsche digital-politische Trends zu diskutieren, sich Meinungen zu bilden, Outreach und Capacity building zu betreiben, auf Konflikte hinzuweisen und Lösungsansätze für staatliche Regulierungen sowie Selbstregulierungen zu denken.

Die Agenda wird bottom-up auf der Basis eines Call for Proposals angefertigt. Die eingereichten Vorschläge für das IGF-D 2019 werden hier anonymisiert aufgelistet.

Der Call for Proposals ist beendet.

Liste der Einreichungen

Nummer Vorschlag: Thema und Beschreibung Vorschlag: Format und Speaker Vorschlag eingereicht von
1 Chancen und Herausforderungen der digitalen Single Sign-On Identitäten für Bürger. Digitale Identitäten für Bürger sind ein hochaktuelles Thema und berühren Schlüsselfragen wie Sicherheit, Privatsphäre und Offenheit für die beteiligten Parteien, also Regierungen, Unternehmen und Personen. Es geht darum zu diskutieren, welche digitalen Single Sign-On Identitäten in der Lage sind, die heutigen und zukünftigen Anforderungen zu erfüllen und wie ihre Governance aussehen sollte: Privatwirtschaftlich verwaltete geschlossene Identitäten (Walled-garden) oder von Communities/Regierungen verwaltete offene Identitäten. Panel mit Impulsvortrag vom Moderator

Panel: Community-Vertreter(in) – (ID4me)
Privatwirtschaft-Vertreter(in) - (Telekom)
Regierungs-Vertreter(in) – (ITZ-Bund)
Nutzer-Vertreter(in) – (Verdi)
Politik-Vertreter(in) – (Grüne)
Moderation – (dotBERLIN)

Wirtschaft
2 Warum wir mehr Aufmerksamkeit auf die digitale Infrastruktur als einem wichtigem Bestandteil der zukünftigen smarter Kommunen legen müssen. Unsere heutige und auch zukünftige digitale Kommunikation basiert weitgehend auf dem DNS (Domain-Name-System). Obwohl das DNS damit eine sehr wichtige kritische Infrastruktur ist, hat das Thema die politische Diskussion und Aufmerksamt in der Öffentlichkeit nicht wirklich erreicht. Im Panel soll es darum gehen, wie man eine nationale Multi-Stakeholder Aufmerksamkeit für das DNS als notwendige Infrastruktur für die Digitalisierung von smarten Kommunen im 21. Jahrhundert sensibilisieren und sichern kann. Panel mit Impulsvortrag vom Moderator

Panel: Tech-Community-Vertreter(in) – (ISOC)
Privatwirtschaft-Vertreter(in) – (Denic)
Regierungs-Vertreter(in) – (BMI)
Nutzer-Vertreter(in) – (Verdi)
Politik-Vertreter(in) – (SPD)
Moderation – (dotBERLIN)

Wirtschaft
3 Internet Governance Peer-to-Peer: In der Internet Governance P2P Session machen Etablierte und Nachwuchs-Wissenschaftler das 'agenda setting'. Sie werden im Vorfeld des Internet Governance Forum Deutschland eingeladen 'extended abstracts' beim Internet Policy Review einzureichen. Diese Abstracts - auf policyreview.info für alle zugänglich - machen einen bestimmten Aspekt der Internet Governance stark. Qualitativ hochwertige Abstracts werden vom Journal ausgesucht, dessen Autoren für ein panel beim IGF-D eingeladen. Ziel ist, dass Wissenschaftler den Internet Governance Diskurs beeinflussen, bzw. dass dieser Diskurs die wissenschaftlichen Erkenntnisse testet/beeinflusst. Panel, moderiert von Internet Policy Review Team Mitglied Wissenschaft
4 2019's Problem with Digital Tech and AI Isn't The Science, It's the Application See article: Article Atlantic Community 3 to 4 short speeches of 3 to 5 minutes each, afterwards discussions of 20 minutes with the audience followed by a short summary Zivilgesellschaft
5 Der Austausch des Fundaments des Internets Der Wechsel von IPv4 auf IPv6 geht auch in Europa und Deutschland viel zu langsam voran. Bisherige Absichtserklärungen "World IPv6 Launch Day" oder der EU-Aktionsplan (COM(2008) 313 final) tragen zu wenig Früchte. Böse Zungen behaupten sogar, es drohe eine technische Spaltung des Internets. Ich fordere daher eine konsequente zügige Einführung von IPv6, auch um die unsägliche Hängepartie der Zweigleisigkeit(Dualstack) beenden zu können. (Tribunal?) Podiumsdiskussion Start mit kurzer Erklärung zum Stand der Dinge, etwas Statistiken, treibende und blockierende Kräfte beim Namen nennen, Verweis auch auf IGF zum Thema "Game over ipv4".

Panel: (Telefonica), (Vodafone), (lrz), (SpaceNet), (Selbständiger), (Deutsche Telekom), (Sony, Playstation), (Berater der Bundesregierung), (BMI)

Technische Community
6 Titel: Digitale Hasskampagnen: Eine Analyse rechtsextremer Empörungswellen im Netz

Shitstorms stehen bei vielen Politiker*innen, Medienhäusern und zivilgesellschaftlichen Institutionen inzwischen auf der Tagesordnung. Was dabei häufig vergessen wird: Viele eben dieser Shitstorms passieren nicht zufällig, sondern sind vielmehr koordiniert und schaffen es, aufgrund ihrer raschen Verbreitung und mittels Desinformation auf aktuelle gesellschaftliche Debatten einseitig Einfluss zu nehmen und Kritiker*innen zum Schweigen zu bringen. In unserem Panel wird thematisiert, wie sich koordinierte und systematisierte Hasskampagnen als solche erkennen lassen, wie sie Verbreitung finden und wie Betroffene damit umgehen können.

Paneldiskussion (ggf. mit Betroffenen) oder Lightning Talk/ Input

Panel: Neue deutsche Medienmacher e.V. und #ichbinhier e.V.

Zivilgesellschaft
7 Horch, was kommt von draußen rein? Desinformationsoperationen in Deutschland

Exposé: Ob Fake Accounts, denen selbst echte Journalist*innen auf dem Leim gehen, Social Bots, die Stimmungsbilder verfälschen oder staatlich gesteuerte (oder geduldete) Desinformationskampagnen zur Vorbereitung oder als Instrument von Interventionen: Die Verbreitung von Desinformation im Internet, besonders über sozialen Medien, ist zu einer großen Herausforderung für Staaten, die Politik, Unternehmen und die Zivilgesellschaft geworden. Medial wird die Gefahr oft im Ausland verortet. Staaten würden aus dem Ausland mittels Desinformationsoperationen angegriffen; demokratische Deliberationsprozesse würden unterwandert; Bot-Armeen und Click-Farmen würden die Kommunikation im Internet in Deutschland und anderen europäischen Ländern gefährden. Doch ist es (nur) eine Frage der Cyberaußenpolitik, wie Desinformationskampagnen zu begegnen ist? Oder gilt ‚go local’ auch hier: Sind es deutsche Akteure, die Desinformation im Netz verbreiten? Neue Initiativen auf UN-Ebene wie die Open-Ended Working Group und die Group of Governmental Experts sollen die Diskussion zur Verantwortung von Plattformen bei der Bekämpfung von Desinformationen voranbringen. Weiter ist man schon in Brüssel: Die Plattform EU vs. Disinformation versucht medial gestreute Gerüchte durch rasche Reaktionen niederschwellig zu berichtigen. 2018 veröffentlichte die EU Kommission eine Mitteilung zur Bekämpfung von Desinformation im Internet, die mittels eines Verhaltenskodexes zur Selbstregulierung großer Anbieter wie Facebook und Google umgesetzt werden sollte. Denn auch diese haben erkannt, dass falsche Inhalte das Vertrauen der Nutzerinnen und Nutzer sinken lassen. Manche Plattformen sind dazu übergegangen mittels Algorithmen Desinformationsinhalte weniger stark zu streuen. Ist Technologie also die Lösung? Oder bedarf es einer Neuausrichtung der Cyberaußenpolitik, um auf globaler Ebene klarere Regeln zur Sicherstellung vertrauensbasierter Kommunikation zu entwickeln und bei Desinformationskampagnen aus dem Ausland effizient gegenzusteuern? Und vielleicht kann die Zivilgesellschaft helfen: mit Kampagnen wie #ichbinhier und kollektivem Faktenchecken. Doch ist das genug? Mit Blick auf das UN IGF im November in Berlin wird dieses Panel angesichts der Herausforderungen von Hassrede, Trollen, Social Bots und (Des)Informationsoperationen untersuchen, welche neuen Regeln für soziale Medien nötig sind, damit Online-Diskurse wieder emanzipatorische gesellschaftliche Kraft entfalten können und das Risiko einer Diskursmanipulation durch in- und ausländische Akteure minimiert wird: Make News statt Fake News.

Podiumsgespräch mit Initiativstatements und Publikumsbeteiligung sowie remote participation. Im Vorfeld werden unter den Teilnehmer*innen Messages akkordiert, die dann am Ende des Gesprächs vorgestellt werden.

Panel: EU-Vertreter*in (Kommission oder Parlament): Vertreter*in von EU vs. Disinfo
Bund-Vertreter*in: Dorothee Bär (Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin und Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung); oder Dr. Thomas Fitschen (Beauftragter für Vereinte Nationen, Cyber-Außenpolitik und Terrorismusbekämpfung, BMaA); oder Helge Braun (Chef des Bundeskanzleramtes und Bundesminister für besondere Aufgaben)
Wirtschaft: (Director Corporate Communications, Facebook)/(Public Policy Manager bei Facebook)
Wissenschaft: Hans-Bredow-Institut (HBI)) oder (Stiftung Neue Verantwortung, Berlin)
Zivilgesellschaft: (Amadeu Antonio Stiftung, Berlin und Center for Human Rights and the Internet)
Moderation: (WZB Berlin Social Science Center)

Wissenschaft
8 Angetrieben durch Digitalisierung und technologischen Fortschritt, etwa im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI), aber auch durch demografische Faktoren und zunehmende Fachkräfteengpässe, befindet sich der Arbeitsmarkt im Wandel. Berufsbilder verändern sich - und damit auch die Anforderungen an Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Diese Veränderungen werden von einer Debatte um die Zukunft der Arbeit begleitet, die oft von Spekulationen geprägt ist und viele Menschen verunsichert. Mit mehr als 610 Millionen Mitgliedern in gut 200 Ländern und Regionen und über 20 Millionen offenen Stellen verfügt LinkedIn über das größte berufliche Netzwerk der Welt. Mit den auf dieser Basis gewonnen Informationen und Daten lassen sich Trends und Entwicklungen auf der Angebots- und Nachfrageseite des Arbeitsmarkts, auf regionaler Ebene sowie in verschiedenen Branchen, Berufsgruppen und Kompetenzclustern frühzeitig erkennen – und überraschende Erkenntnisse zu Tage fördern. Diese digitale Weltkarte des Arbeitsmarkts nennt LinkedIn den „Economic Graph“. Mit Hilfe des Economic Graphs unterstützt LinkedIn weltweit Entscheidungsträger dabei, Handlungsbedarfe an der richtigen Stelle zu erkennen und frühzeitig die richtigen Maßnahmen zu ergreifen. Im Rahmen des Economic Graphs arbeitet LinkedIn mit Regierungen, internationalen Organisationen und Forschungsinstituten zusammen, um zu einer soliden Informationsgrundlage zu verhelfen. Impulsvortrag: Seit der Initiierung des Economic Graphs vor etwa fünf Jahren arbeitet LinkedIn weltweit mit verschiedenen Regierungen, internationalen Organisationen und Forschungsinstituten zusammen und hat bereits zahlreiche Studien erstellt. In einem Impulsvortrag werden an Hand ausgewählter Studienergebnisse die Möglichkeiten aufgezeigt, wie LinkedIn globale Bewegungen von Arbeitskräften, sowie Angebot und Nachfrage von Kompetenzen auf Arbeitsmärkten weltweit abbildet und somit zu fundierteren Entscheidungsgrundlagen beiträgt. Wirtschaft
9 Digitale Aufklärung: Wege aus der digitalen Pubertät

Wir befinden uns gerade in einer Art kollektiver digitaler Pubertät. Die Gesellschaft, die die Digitalisierung und globale Vernetzung gerade für sich entdeckt, testet in ihrem jugendlichen Leichtsinn Grenzen aus, überschreitet diese und will sich austesten. Wie wollen wir mit dieser, unserer digitalen Pubertät umgehen? Wir brauchen einen gesamtgesellschaftlichen Commonsense und müssen definieren: Wo sind denn die Grenzen? Wo sind denn die Regeln? Wir brauchen eine digitale Aufklärung! Frei nach Emanuel Kant ist digitale Aufklärung der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten digitalen Unmündigkeit. Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen – so Kant. Das wurde zum Leitspruch der Aufklärung, das hat die ganze Welt verändert. Damals haben u.a. Kirchen und Herrscherhäuser das selbständige Denken und Handeln verhindert. Heute sind es Unternehmen, die uns das Denken abnehmen wollen, große Konzerne, die glauben, sie könnten besser wissen, was für uns gut ist, als wir dies selbst wissen. Wir dürfen als Gesellschaft das Denken nicht anderen überlassen! Das ist keine rein technische Diskussion, sondern eine gesamtgesellschaftliche Diskussion. Algorithmen beispielsweise, können auf der einen Seite unser Leben inspirieren, erleichtern und einfacher machen. Auf der anderen Seite schränken sie unseren Entscheidungsraum, unseren Entscheidungshorizont im Leben auch ein, da wir das offensichtliche vorgekaut bekommen, wir werden vernebelt und faul. Ziel ist es, mit diesem Beitrag eine gesamtgesellschaftliche Diskussion anzustoßen, fortzuführen und die Bedeutung der Philosophie für das digitale Zeitalter zu erklären.

Kurze Eingangsstatements und Diskussion der Panelisten

Bitte beachten beim Thema Stakeholdergruppe: es handelt sich um die Gruppen Parlament und Zivilgesellschaft.
Panel: (Ausschuss Digitale Agenda) und (Netzphilosophin)

Parlament & Zivilgesellschaft
10 #NieWiederCDU – was die Internet Governance Welt aus den Protesten gegen Uploadfilter lernen kann

Die öffentliche Reaktion auf die geplante EU-Urheberrechtsreform bringen ein Kernthema der Internet Governance ins politische Bewusstsein breiter Bevölkerungsschichten. Die umfangreiche Kritik an Uploadfiltern gepaart mit einer Trotzhaltung der Politik, die den legitimen Protest als „Mob“ oder „Bots“ abtut, wirft die Frage auf, wieso die langen Debatten in der Internet Governance Szene nie zu nachhaltigen Lösungsansätzen geführt haben.

(Justizministerin)
(WZB Berlin Social Science Center)
(Mitglied des Ausschuss Digitale Agenda)
Zivilgesellschaft
11 Titel: „Digitale Teilhabe: Stimme der Zivilgesellschaft – zu leise?"

-- Das Leben der Bürgerinnen und Bürger soll mit dem digitalen Wandel besser werden, aber was macht die Digitalisierung mit der Gesellschaft? Führt die Digitalisierung zum Wohle aller? Die Diskussion über die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Gesellschaft braucht die Teilhabe aller, auch die der „leisen Stimmen“. Neben dieser inhaltlichen Diskussion stellen sich vorab auch strukturelle Fragen, die sich insbesondere dazu eignen, im Rahmen der IGF-D Veranstaltung diskutiert zu werden: Wie können die leisen Stimmen der Zivilgesellschaft konkret eingebunden und der gesellschaftliche Dialog institutionalisiert werden? Wie kann darüberhinaus der Wissensgap zwischen Insidern („IGF-Community“) und Outsidern („leise Stimmen“) der Digitalisierung konkret geschlossen werden?

0) Einleitung/Vorstellung (ca. 3 Minuten)
1) Eingangsstatement (ca. 10 Minuten) eines für das Thema zuständigen Vertreters der Bundesregierung
2) „Return“ (ca. 5 Minuten) eines Vertreters bzw. einer Vertreterin der „leisen Stimmen“
3) Paneldiskussion (ca. 32 Minuten; ca. 8' je Panellist Redezeit) mit Vertretern und Vertreterinnen der Zivilgesellschaft, der Bundesregierung, erfahrenen Akteuren auf dem Gebiet des gesellschaftlichen Dialogs und klassischen „Insidern“ der Digitalisierung
4) Publikumsfragen (ca. 10 Minuten)


- Eingangsstatement und Panellist: Abteilungsleiter Digitale Gesellschaft, BMI oder geeigneter Vertreter
- Return und Panellist: Vertreterin aus Zivilgesellschaft, Vorschlag folgt zeitnah (nach konkreter Anfrage)
Weitere Panellisten:
- Erfahrenen Akteuren auf dem Gebiet des gesellschaftlichen Dialogs: Vertreter des BSI (Lessons learned zur Institutionalisierung des Dialogs der organisierten wie unorganisierten Zivilgesellschaft im Bereich Cybersicherheit)
- Klassischen „Insidern“ der Digitalisierung: Vorschlag folgt

Regierung
12 Infoshop Online-Gegenrede zu Hass im Netz

Massiv wie noch nie werden derzeit Menschen, die sich im Internet engagieren, beschimpft, beleidigt und erniedrigt. Deshalb ist es wichtig, dem Hass zu widersprechen und Gegenrede-Strategien zu erlernen. Aus unseren Erfahrungen mit Zivilcourage-Trainings der letzten 25 Jahre haben wir daher die „LOVE-Storm“-Trainings- und Aktionsplattform geschaffen. Hier kann "digitale Zivilcourage" aktiv trainiert und gelebt werden. In diesem Infoshop können sich alle Interessierten mit den Möglichkeiten und der Funktionsweise der LOVE-Storm Aktionsplattform vertraut machen. Wir führen zudem ein Rollenspiel durch, in dem die Teilnehmenden Online-Gegenrede lernen und üben können.

Die Plattform Die LOVE-Storm Plattform bietet eine Trainingsoberfläche, auf der alle Interessierten online Strategien der Gegenrede trainieren können. Das Training auf der Plattform kann jede*r durchlaufen – es ist offen für alle, die sich gegen Hass im Netz einsetzen wollen. Auf der Aktionsplattform können Trainierte als Mitglieder der Community von LOVE-Storm gemeinsam Gegenrede-Aktionen durchführen. Betroffene melden Angriffe und alarmieren die Community, die ihnen dann zur Seite steht. Das Konzept setzt auf mehreren Ebenen an: - Angegriffenen wird der Rücken gestärkt durch den Beistand der Mitglieder von LOVE-Storm - Zuschauende werden aktiviert - Angreifenden wird ein deutliches Stoppsignal gesetzt. Hier geht es nicht primär um die Sach- sondern um die Verhältnisebene: wie wird gesprochen, wie werden Menschen herabgesetzt, wie wird ihnen ihre Würde abgesprochen.

Wir veranstalten einen Workshop mit max. 15 Teilnehmern.

Dauer: 90 min.
Teil 1: Einführung in den Themenkreis Hassrede im Netz und digitale Zivilcourage. Dauer ca. 15 min. in Vortragsform.
Teil 2: Rollenspiel zum Thema Online-Gegenrede bei Hassangriffen im Netz. Dauer ca. 50 Min.
Teil 3: Abschlussrunde mit den Teilnehmern

Zivilgesellschaft
13 Who should be responsible for the content?

EU level internet service provider liability, intermediary liability, was settled almost 20 years ago. The eCommerce Directive – in line with the US regulation – set up a limited liability. Intermediaries, such as search engines, forums, or chat services and other service providers that host third-party content were only liable if they knew about copyright infringement or other unlawful activity. At that time we didn’t have social media, people used forums for debates, YouTube did not exist. The intermediary services have significantly changed, however,regulation remained untouched.

The Copyright Directive debate opened the possibility to rewrite the liability rules with special focus to social media and other services, like YouTube.

The lecture will give a brief overview of the existing regulation and take the human rights perspective to discuss the topic. Besides the protection of privacy and freedom of speech, we also have to evaluate the problem of privatized law-enforcement, and whether we should trust these platforms to remove content whenever they suspect something unlawful. The lecture will try to find answers to the question: how we can protect free speech and privacy while regulating big platforms. What safeguards do we need to protect our basic fundamental rights?

The language of the lecture will be English.

lecture

Freedom of Expression Advocacy Officer at the Civil Liberties of Union

Zivilgesellschaft
14 Bedingungen für ethisches Hacking in Deutschland

Die Meldung von Sicherheitslücken stellt Security Researcher und White Hat Hacker immer wieder vor Herausforderungen, da rechtliche Bedingungen in Deutschland (bspw. der sogenannte "Hackerparagraph") die Offenlegung/Forschung von/an Sicherheitslücken erschweren und sogar unter Strafe stellen. Nichtsdestotrotz besteht ein immense gesellschaftliches Interesse daran, dass IT-Systeme durch unabhängige Dritte überprüft werden oder entsprechende Sicherheitslücken öffentlich bekannt werden. Mittlerweile haben auch Unternehmen Vorteile in der "crowdsourced Security" erkannt und betreiben sogenannte "Bug Bounty Programme". In dieser Session wollen wir folgende Fragen näher ergründen: Welche Meinung haben verschiedene Stakeholder zu dem Thema "ethisches Hacken"? An welchen Kriterien lässt sich messen, ob das öffentliche Bekanntmachen (gesellschaftliche Interesse) einer Sicherheitslücke notwendig ist? Wie kann eine Best Practices zur Erforschung und Meldung von Schwachstellen aussehen?

- 10-minütiges Eingangsstatement pro Stakeholder Gruppe (4-5 Statements)
- 20-minütige Diskussion zu dem Thema (Erfassung von Themenclustern)
- 30-minütige Erarbeitungung zu Themenclustern in Kleingruppen
- 15-minütige Zusammenfassung in großer Runde (Zusammenschreiben der zentralen Erkenntnisse)
-> Format durchaus flexibel / ggfs. Moderationsperson notwendig

Internetwache.org. Seit 2012 suchen sie nach Sicherheitslücken in Applikationen oder Infrastrukturen und melden diese verantwortlich an die Betreiber oder Hersteller. In der Vergangenheit konnte das Team Sicherheitslücken bei Klärwerken, Wasserwerken und im Bereich der Windenergie aufdecken. (Referenzen siehe: https://internetwache.org & https://tim-philipp-schaefers.de/ ggfs. weitere White Hat HackerInnen


Noch offen (denkbar und sinnvoll scheinen folgende Positionen): WirtschaftsvertreterIn (ggfs. Branchenverband) Wissenschaft: PolitikwissenschaftlerIn / InformatikerIn PolitikerIn / Behörde

Technische Community
15 Künstliche Intelligenz - Machine Learning - lebt von Daten. Europa hat im Wettkampf um die besten KI-Systeme das Problem, dass es weder die große datengetriebene Indstrie wie im Silicon Valley gibt, noch die massive Überwachung wie in China. Es fehlen ganz massiv einfach nutzbare Daten um gute neuronale Netze trainieren zu können.

Auf der einen Seite steht der Datenschutz und macht die Nutzung von persönlichen Daten schwierig - auf der anderen Seite fürchten Unterenhmen um Wirtschaftsspionage bei Herausgabe von Daten. Mit welchen Daten aber sollen Netze trainiert werden? Wo sollen die herkommen und welche Schritte sind dafür nötig?

Ist ein "Daten-für-Alle"-Gesetz, wie es D64 und SPD fordern die Lösung? Wie erfolgversprechend sind die Koorperation zwischen einzelnen Firmen zur Nutzbarmachung einzelner Datensilos? Welche anderen Möglickeiten gibt es die Datensilos zu öffnen und nutzbar zu machen?

Zielorientes Panel mit der Frage an alle Teilnehmenden: welche Möglichkeiten gibt es die Datensilos zu öffnen?

Parlament: MdBs aus der KI-Enquete. Regierung: Digitalisierungsbeirat der Bundesregierung, BMWi, Kanzleramt, BMBF
Wirtschaft: BitKom, Eco, KI-Verband, einzelne Unternehmensvertreter
Wissenschaft: DFKI, WZB, Katharina Zweig,
Zivilgesellschaft: Amnesty, D64, AlgorithmWatch
technische Community: GI, @tante,
Jugend: Nach Möglichkeit ein*e Teilnehmer*in vom Jugend-IGF.

Jugend
16 Digitalisierung - Regulierung wanted!? Ist eine nachhaltige und sozial gerechte Digitalisierung (überhaupt) möglich?

Neue Technologien und Digitalisierung können Teil der Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen sein. Ohne eine entsprechende Regulierung, ohne Diskussion über Risiken und angemessene demokratische Begleitung bringen sie jedoch oft neue gesellschaftliche Probleme hervor. Ist eine nachhaltige und sozial gerechte Digitalisierung möglich? Grundlage des Workshops ist ein Thesenpapier, das bereits online zur Diskussion steht: https://www.sustainable-digitalization.net/. Es formuliert Regeln für eine Digitalisierung, die sich an einem breiten Nachhaltigkeitsverständnis orientieren. Als Struktur wurden die Sustainable Development Goals (SDGs) der UN ausgewählt. Damit wollen wir sicherstellen, dass eine nachhaltige Digitalisierung den Herausforderungen unserer Gesellschaft und Planetens gerecht wird: u.a. die Bekämpfung von Hunger, Armut, Klimawandel und Ungleichheit. Der Vorschlag wurde bereits mit ausgewählten Personen aus der Umwelt- und Nachhaltigkeitsszene besprochen und soll nun mit einem breiteren Teilnehmer*innenkreis diskutiert und ergänzt werden. Insbesondere wertvoll ist eine transdisziplinäre Debatte zwischen Tech, Umwelt und Entwicklung.

Zielsetzung und Motivation des WS ist es, 1) einen Diskurs zu starten, der Nachhaltigkeit und Digitalisierung auch jenseits von ökonomischen Fragen bespricht (also auch ökologische und soziale Fragen) und 2) ein systemisches Denken zu den Grundlagen von Digitalisierung anzuregen, sowie den notwendigen Normen und Regulierungen und Verantwortlichkeiten in Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zu thematisieren.

Die Thesen, die auf der Website entwickelt werden sind Teil eines kollektiven Prozesses und stehen zur freien Weiterverwendung zur Verfügung.

Gleichzeitig stellt diese Diskussion auch den Beginn eines Dialogs dar, wie wir uns eine nachhaltige digitale Welt vorstellen. Dafür braucht es transdisziplinäre Momente wie Gespräche und Vernetzungstreffen.


Referentin Politik; Forum Umwelt und Entwicklung
Referentin Nachhaltige Entwicklung; Forum Umwelt und Entwicklung

Zivilgesellschaf
17 "In der Tat ist nichts schwieriger, als für eine stabile Demokratie im Routinemodus

die notwendige Begeisterung und Leidenschaft zu erzeugen. Gleichwohl können wir uns doch nicht allen Ernstes dauerhafte Krisensituationen wünschen, um saturierte Demokraten zu anhaltendem Engagement zu bewegen." Prof. Norbert Lammert

"Demokratiefeindliche Provokateure" verschärfen dieses PR-Dilemma mit der Hilfe "teuschender Medien", mit dem Ziel, das Vertrauen der Bevölkerung in unser wirtschaftliches und politisches System zu untergraben.

Diese "ängstlichen" und "alarmistischen" Grundhaltungen werden zum Ausdruck mangelnder "Resillienz". Die strukturellen Ursachen für diese "Kultur-Bindungs+Bildungs-Bugs" werden uns dabei nur selten bewusst.

Die Stabilität unserer Demokratie steht in statischer Abhängigkeit zur "Belastbarkeit" ihres kulturellen "Untergrunds". Beim Aufbau unserer digitalen Gesellschaft sollten wir uns daher nicht weniger verantwortungsvoll verhalten, als wir das von jedem "Häuslebauer" erwarten würden. Was unserer Demokratie fehlt, sind Bürger mit einem "souveränen", also genügend starken, "Bindungsvertrauen" in unser politisches System. Daher sollten wir unserer Jugend, im Rahmen der Schule, eine für ihre Entwicklungsphase adäquate "Demokratiefreiheit" einräumen.

Entsprechend der "Freiheit", welche unser Grundgesetz den Kirchen als "Religionsfreiheit", ganz selbstverständlich gewährt. Mit Hilfe von PSI-21 als institutionalisierter Handlungsrahmen, wäre es Jugendlichen möglicht, ihr Bewußtsein aus ihrer pupertären "Labilität" (=Lernoffenheit) heraus, zu einer (stabilen) demokratischen Identität ihrer "Ich-Entwicklung" (Spiegel) zu bilden.

Herr Prof. Wolfgang Haber, schreibt in seiner E-Mail vom 17.03.2018: "Ich gebe Ihnen Recht, dass zur Erreichung von Nachhaltigkeit und Resilienz die Schulbildung außerordentlich wichtig ist. Ihre Vorschläge, die aktive Mitwirkung der Schüler von der Kommunal- über die Landes- bis zur Bundespolitik nacheinander mit dem PSI-21 Projekt in die Schulbildung einzubeziehen, sind richtig und richtungweisend."

Impulsvortrag, Fishbowl, . . .

Jugend
18 Open science, open access, open data – wie verändert die Digitalisierung Bibliotheken und ihre Angebote für die Wissenschaft?


Das Internet hat die Mechanismen zur Verbreitung wissenschaftlicher Forschung und kulturellem Erbe, also des in Archiven, Bibliotheken und Museen verwahrten Kulturguts, grundlegend verändert. Erstmals bietet sich die Chance, menschliches Wissen weltweit zu präsentieren und interaktiv nutzbar zu machen.

Open science dient als Sammelbegriff verschiedener Bewegungen, darunter Open Access – ein zentrales Ziel der Politik und der Wissenschaft in Deutschland und Europa, sämtliche aus Steuergeldern finanzierte Forschungsergebnisse frei zugänglich zu machen, und open data, dem Ziel, Forschungsdaten nach offenen Prinzipien bereitzustellen und zu publizieren. Bibliotheken waren in diesem Prozess von Anfang an federführend dabei. Denn wissenschaftliche Bibliotheken halten mit ihren Repositorien die zentralen Anlaufstellen für das Abrufen und die Recherche von Wissen für Forschende, Lehrende und Studierende vor.

Auf der Session beleuchten wir den aktuellen Stand der Umsetzung: Wie verändert sich die Arbeitsweise in der Wissenschaft durch die Digitalisierung und wie ändern sich dadurch die Angebote der wissenschaftlichen Bibliotheken? Welche Infrastrukturen braucht es und welche Rolle spielt die Künstliche Intelligenz bei der Erschließung großer Datenmengen? Welche Rahmenbedingungen muss die Politik setzen? Wo müssen Bedenken auf wissenschaftlicher Seite abgebaut werden und andere gesellschaftliche Akteure einbezogen werden?

Interaktive Podiumsdiskussion
1. Begrüßung (3 Min.)
2. Impuls (15 Min.)
3. Buzz Session (15 Minuten)
-> Nach dem Impulsvortrag finden sich entsprechend der Sitzordnung jeweils 6 Personen zusammen, die über das Gehörte sprechen, und auf Karten Fragen oder Stichworte für die anschließende Podiumsdiskussion notieren. Dies dient der Reflexion von Fragestellungen, für die Vertiefung in der ausführlichen Plenumsdiskussion und aktiviert auch zurückhaltende Gäste, die im Plenum keine Fragen stellen
4.Podiumsdiskussion mit Publikumsbeteiligung (60 Min.)


- Direktor Universitätsbibliothek HU Berlin (Vorschlag)
- Direktorin Universitätsbibliothek Konstanz (Vorschlag)
- Direktor ZBW-Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft (Vorschlag)
- TU Darmstadt, Vorsitzende Rat für Informationsinfrastrukturen (VOrschlag)
- Vertreter Open Access Büro Berlin
- Kritiker Open data
- Moderator/in: Margit Miosga, rbb, Jörg Thadeusz (Vorschlag)

Wissenschaft
19 SDG x ICT: Sustainable and Inclusive Digital Development.

The sustainability goals of the United Nations are a huge undertaking. It was already difficult enough to formulate these goals clearly – and it is even more difficult to design indicators that can be used to assess whether these goals have been achieved, come closer to them, and so on. However difficult this question may seem for humans, it is impossible to develop an algorithm that solves these problems or even suggests solutions. We should have learned that in over 60 years of research in this field. Unfortunately, such conclusions are hardly known outside computer science, because they were formulated quite technically and a fundamental understanding of the functioning of information technology systems is necessary. To ensure that not only experts but also a broad front of stakeholders, developers and decision-makers can participate in the discourse, we need "Science Translator" formats, i.e. tools for shaping knowledge.

How could a Knowledge Tool with a Sustainability Lens look like? Three young researchers will show mothods and current research questions around the huge topic of Sustainability and Digitalisation.

Impulsvorträge und Hands-On-Workshop, ein großer Tisch mit Platz für ein Din-A0-Plakat für das Pop-Up-Knowledge Tool wird benötigt.


TU Berlin

Wissenschaft
20 We the Internet

Getting the voice of ordinary citizens of the world into the national and global discussion on Internet Governance.

The idea would be to present the views of citizens on the different topics addressed by IGF-D 2019 by taking the results of the pilots (https://youtu.be/BgVXPcq4X_U) into the discussion.

The idea would be to have the results of the pilot process fed into the discussions of the thematic sessions during the day, if relevant.

The results report of the pilots will be available mid-April and we could start matching the results with the thematic organization of IGF-D.

We could connect with national partners of the pilots in the participating countries to have their perspective (and the one of participating citizens) into the discussion.

We could also invite a participant of the German pilot and the national partner in Germany.

Of course, the coordination team of the Debate could be there

Zivilgesellschaf
21 Freiheit im Zeitalter von KI: Privacy and Good Labour by design

Ein Pflichtenheft Vor dem Hintergrund der immer weiter wachsenden Rolle der KI ist es heute wichtiger als je zuvor, die Chancen dieser Entwicklung im Sinne der freiheitlichen Gesellschaft zu nutzen. Ein klares und von allen Stakeholdern anerkanntes Pflichtenheft zur technischen Umsetzung ist imperativ für einen fairen Implementierungsprozess und eine weitgehende Verantwortbarkeit. Künstliche Intelligenz muss zum Wohl der Allgemeinheit, zur Stärkung von Demokratie, Persönlichkeitsrechten und Guter Arbeit verwendet werden, damit alle Menschen auch von ihr profitieren können. Dafür braucht es klare Regeln und Pflichten von und für alle Stakeholder: Beispiele dafür sind starke Rechenschaftspflichten für den Einsatz von KI, Kennzeichnungspflichten für KI in Kommunikation mit Menschen, die Definition klarer roter Linien und eine ständige Rückbindung von Entwicklungen im Bereich KI an demokratische Entscheidungs- und betriebliche Mitbestimmungsprozesse. Dafür benötigen wir Privacy and Good Labour by design bei der Entwicklung und Implementierung KI-basierter Systeme. Überall dort, wo divergierende Interessen aufeinandertreffen, besonders aber in der Dynamik zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind klare Leitplanken wichtig, um sicherzustellen, dass ein fairer und mitbestimmter Interessenausgleich stattfindet. Um darüber zu diskutieren, wie und von welcher Seite welche dieser Pflichten eingeführt werden können und wie Verantwortlichkeits – und Rechenschaftssysteme sinnvoll implementiert werden können, wollen wir zur Diskussion zwischen den folgenden Stakeholdern einladen und anstoßen: Politik, Unternehmen, Gewerkschaften, Technical Community.

Zivilgesellschaft, Ver.di
22

Wettkampf mit den Digitalen Riesen: Plattform-Entrepreneurship in Deutschland und Europa Die digitale Ökonomie wird maßgeblich von Plattform-Unternehmen bestimmt. Digitale Plattformen sind Technologien, die Koordination und Interaktion von vielen räumlich verteilten AkteurInnen ermöglichen, indem sie eine kuratierte virtuelle Umgebung für Transaktionen oder Innovationen bereitstellen. Globalisierung und Digitalisierung haben dazu geführt, dass das digitale Plattform-Geschäftsmodell sich weltweit verbreitet hat. Dabei zeichnet sich ab, dass vor allem US-amerikanische Unternehmen besonders erfolgreich waren, ihre digitalen Plattformen international zu etablieren. Risikokapital aus dem Silicon Valley und das globale Finanzsystem ermöglichten US-Plattformen eine extrem schnelle Expansion, da Aktienmärkte ihnen eine beispiellose Liquidität bescherten und sie gleichzeitig Gewinne auf Niederlassungen in Steueroasen überschreiben konnten. Gleichzeitig sind Plattform-Märkte durch “First Mover”-, Skalen- und Netzwerkeffekte charakterisiert, was zu hoher Marktkonzentration auf globaler Ebene führt. Diese Oligopolisierung führte letztendlich auch dazu, dass US-Plattformen wie Google, Amazon, Apple, Microsoft und Facebook zu tief verwurzelten digitalen Infrastrukturen geworden sind, auf die jede/r AkteurIn in der digitalen Ökonomie angewiesen ist. Deutsche und europäische Plattform-Entrepreneure sehen sich infolge dieser strukturellen Gegebenheiten häufig damit konfrontiert, zumindest im internationalen Wettbewerb nicht bestehen zu können. Außerdem wurden in der Vergangenheit europäische Werte und Normen wie Mitbestimmung, ArbeitnehmerInnenschutz und Privatsphäre von Plattformunternehmen untergraben und neue Herausforderungen für internationale, europäische und nationale Regulierung deutlich. Gleichzeitig bietet die entstehende Plattformökonomie auch neue Potentiale, die für die deutsche und europäische Wirtschaft mittelfristig erschlossen werden können. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, Chancen und Herausforderungen für Plattform-Entrepreneurship insbesondere in Deutschland zu diskutieren. Vor allem die Stimme der Plattformbetreiber*Innen und Startups selbst fehlt aber häufig in dem stark akademisch und politisch geprägten Diskurs. Der Fokus dieser Veranstaltung liegt deshalb darauf, Plattform-Entrepreneure in den Fokus zu setzen um einen gewinnbringenden Dialog mit Stakeholdern aus Politik und Wissenschaft zu ermöglichen. Was können Plattform-Entrepreneure, Politik und Wissenschaft voneinander lernen? Wie könnte eine ‘gute Plattformökonomie’ aussehen? Welche Voraussetzungen und Standortfaktoren in Deutschland und anderswo in Europa sind für das Fortkommen der Plattformökonomie notwendig und wie können diese verbessert werden?

Alexander von Humboldt Internet und Gesellschaft (HIIG) Moderierte Paneldiskussion mit Initiativstatements und interaktiver Publikumsbeteiligung. Neben einem Q&A am Ende der Paneldiskussion können TeilnehmerInnen bereits während der Diskussion ihre Fragen an den jeweiligen Twitteraccount der Panelisten (@...) mit dem Hashtag #IGFplatform stellen. Eine Auswahl der Fragen wird noch während der Paneldiskussion vom Moderator/ der Moderator*In aufgenommen - alle offen gebliebenen Fragen können online oder offline weiter diskutiert werden. (insges. 4-5 Panelist*Innen) Plattform-Entrepreneure (2-3 Redner*Innen) CEOs, CTOs oder Gründer*Innen von bereits etablierten/Start-Up deutschen/europäischen Plattformen aus unterschiedlichen Marktsegmenten (Zalando, Spotify, Adidas’ Runtastic, Siemens’ Mindsphere) und/oder mit Fokus auf werte-getriebenen Modellen (Fairmondo, DECODE, MiDATA, Ecosia.org, Resonate) und/oder Investor*In Policy: (1-2 Redner*Innen) Ein bis zwei Expert*Innen für Plattform-Ökonomie aus Ministerien auf Staatssekretariats- oder Abteilungsleiter*Innen-Ebene, z.B. Digital- und Innovationspolitik Abteilung (BMWi), (BMAS), (BMF) und/oder Think Tanks und Stiftungen (z.B. Mozilla Foundation, iRights.lab) Wissenschaft (1 Redner): Dr. Nicolas Friederici (Forschungsgruppenleiter Innovation & Entrepreneurship, Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft) Moderation: Entweder Journalist*In oder wissenschaftlicher Panelist.

Wissenschaft
23 Webarchivierung als politische Herausforderung

Das Web ist in seiner technischen wie sozialen Struktur nicht auf Dauerhaftigkeit angelegt, im Gegenteil: Keine der Schätzungen über die durchschnittliche Bestandsdauer von Webressourcen geht über 100 Tage hinaus. Das Web „vergisst“ also schnell, indem Ressourcen gelöscht oder modifiziert werden. Auf dem sozialen Feld der Politik, aber keinesfalls nur dort, wird tagtäglich mittels verschiedener Kanäle im Web, insbesondere in den Sozialen Medien, relevante Interaktion betrieben. Sprich: Politiker, Presse, Öffentlichkeit und diverse Stakeholder tragen einen immer signifikanteren Teil des politischen Diskurses im Web aus. Dabei werden die Mittel der Modifizierung und Löschung regelmäßig angewandt, um den politischen Diskurs zu manipulieren. Webarchivierung ist vor diesem Hintergrund als eine immanent politische Aufgabe und zugleich als eine sensible Infrastruktur zu bewerten. Der Umstand, dass das US- amerikanische Internet Archive seinen kompletten Datenbestand archivierter Webressourcen aus Sorge vor Trumps Präsidentschaft in Kanada gespeichert hat, illustriert die politische Brisanz von Webarchivierung. Nationale Archivgesetze sind bislang kaum tauglich, die politische Aufgabe der Webarchivierung in hinreichender Art und Weise zu gewährleisten. Insbesondere die Frage, welche Webphänomene als archivwürdig erachtet werden, ist weder im Kontext von Gedächtnisinstitutionen noch im politischen Kontext bislang hinreichend erörtert. Es bedarf einer politischen Agenda für das Gedächtnis des Web. Im Workshop werden Kriterien zur Diskussion gestellt, die als Anforderungen an eine gelingende Webarchivierung dienen können.

Workshop (Input des Referenten, anschließend Diskussion der vorgestellten Kriterien). Jens Crueger, Fachgruppensprecher Langzeitarchivierung und Emulation in der Gesellschaft für Informatik (GI), Mitglied der Bremischen Bürgerschaft (Landtag), Digital-Historiker.de

Wissenschaft
24 Citizen-generated data - Deutschlands digitale Infrastrukturen partizipativ gestalten

“Citizen-Generated Data” beschreibt den internationalen Trend zur gemeinschaftlichen Erstellung und Nutzung von Daten durch Einzelpersonen und Nichtregierungsorganisationen. Seine Anwendungsfelder reichen von der Sammlung von Verschmutzungsdaten für Umweltschutz, bis zur Analyse von Wohnungsleerstand, zum Training von Algorithmen oder zur Evaluierungen öffentlicher Dienste. Partizipative Datenprojekte können Informationen liefern für Umweltrichtlinien, aber auch das Management öffentlicher Dienste unterstützen, oder neue Kanäle politischen Engagements bereitstellen. Da sie die Teilhabe der Zivilgesellschaft ins Zentrum rücken, und eine Demokratisierung von Infrastruktur anstreben, können sie alternative Ansätze zu existierenden Datenmonopolen bieten und Lektionen für partizipative Governance von Daten im Sinne der Öffentlichkeit bereithalten. Citizen-generated data stößt zunehmend auf Resonanz in internationalen und nationalen Kreisen. Die UN Datenrevolution sowie Organisationen wie die Global Partnership for Sustainable Development Data betonen die Rolle von Zivilgesellschaft in der Erstellung von Daten zur nachhaltigen Entwicklung. Auch Deutschlands Politik und Stiftungswesen wenden sich verstärkt partizipativen Datenprojekten, demokratischer Kontrolle von Daten und digitalem Engagement zu, unter anderem durch Deutschlands Digitalagenda, SPDs “Daten für Alle” Gesetz, oder Akteure wie der Bertelsmann Stiftung. Dieser Talk betrachtet die gegenwärtige Landschaft von “Citizen-generated data” in Deutschland und international. Er beleuchtet folgende Fragen: Welche Formen kollaborativer Datenerstellung werden von Bürgern und Zivilgesellschaft bereits praktiziert und worin unterscheiden sich diese Ansätze? Welche Lektionen können Deutschlands Zivilgesellschaft, Politik und Stiftungen, ziehen für das Design und die Governance künftiger digitaler Infrastrukturen, digitalen Engagements und demokratischer Dateninfrastrukturen? Vier internationale Experten aus Wissenschaft, der Entwicklungshilfe und dem NGO-Sektor werden über ihre Erfahrungen aus Forschung und Praxis sprechen.

Adriana Groh - Prototype Fund Andreas Pawelke - United Nations Development Program Danny Lämmerhirt - Universität Siegen und Universität Tilburg Julia Hoffmann - Hivos Verena Goranko - Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)

Wir schlagen das Fishbowlformat vor. Die vier Experten nehmen in einem inneren Sitzkreis Platz, und die Besucher gruppieren sich um diesen Sitzkreis. Die Experten beginnen die oben genannte Fragen zu diskutieren. Nach einiger Zeit kann ein Sessionteilnehmer den Platz eines Experten einnehmen und sich an der Diskussion beteiligen. Nach einiger Zeit kommt der Expert zurück in den Kreis, und ein neuer Sessionteilnehmer nimmt den Platz eines anderen Experten ein. Das Fishbowlformat wird vorgeschlagen, da somit die Positionen mehrerer unterschiedlicher Parteien gehört und diskutiert werden können. Dies ist besonders sinnvoll für unser Thema der kollaborativen Datenerstellung, da in derlei Projekten üblicherweise die Interessen, Fragen, und Bedenken vieler Parteien austariert werden müssen. Somit können wir ein breites Spektrum an Fragen, Erfahrungen, und Meinungen sammeln.

Zivilgesellschaft
25

"Energiewende-Projekt-Schulen"

"Im Interesse der Daseinsvorsorge im Falle eines "Blackouts" wäre es sinnvoll, auf der Grundlage kombinierter Energietechnologien ["Netzknoten" auf Basis von KWK (Kraft-Wärme-Kopplung)] Schullandschaften als redundante und autarke "Smart-Grigd-Schools" aufzubauen. Im Rahmen zahlreicher lokaler "Referenz Projekt-Schulen" könnten Wissenschaftler, Unternehmen und Schüler (als zukünftige Kunden) ihren praktischen Erfahrungshorizont gemeinsam erweitern und neue Produktangebote, welche zukünftig den vernetzungsfähigen "Prosumer" voraussetzen, nicht nur zur Marktreife, sondern zugleich zur Marktakzeptanz führen. Da es sich bei "Referenz Projekt-Schulen", sozusagen um Kompetenzzentren für neue technologische Entwicklungen handeln würde, könnten zugleich berufliche Beschäftigungs-, Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen, sowie Praktika über diesen Weg angeboten werden." (2017-01-31_schulische_bildung_in_der_resilienzgeselleschaft.pdf)

Impulsvortrag und BarCamp

Jugend

26 5G jenseits von Ökonomie: Das Menschenrecht auf Privatsphäre

Die Einführung von 5G birgt neben technologischen Herausforderungen und außen- und wirtschaftspolitischen Implikationen weitreichende technologische Folgemöglichkeiten. Jenseits der ökonomischen Rolle der Netzabdeckung sind aber besonders mögliche Auswirkungen auf die Privatsphäre ein wesentlicher Punkt. In aller Regel wird Technologie ohne ausreichende initiale Regulierung immer über die ursprünglich vorgesehene Funktion hinaus verwendet, was gemacht werden kann wird früher oder später auch gemacht („Function Creep“): Mit 5G erhöht sich die Anzahl der datengenerierenden Geräte sowie das Datenvolumen exponentiell. Wenn jede Milchkanne vernetzt ist, kann auch jede Milchkanne beispielsweise zu einem Bewegungsprofil der Milchkonsumenten beitragen, und über technisch bedingt kleinere Funkzellen auch genauer geortet werden. Die allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen beschreibt in Artikel 12 unter Anderem den Schutz vor willkürlichen Eingriffen in die Privatsphäre, Familie, Wohnung oder Korrespondenz. Daher ist es sinnvoll, vor der breiten Einführung der 5G-Technologie zu diskutieren, wie der Eingriff in die Privatsphäre hier technisch und regulatorisch gesteuert werden kann. Daher ist es jetzt ein guter Zeitpunkt gemeinsam zu reflektieren, was in Ergänzung zur Datenschutzgrundverordnung und jenseits von Privacy by Design nötig ist, um das in der UN-Menschenrechtscharta verankerte Recht auf Privatsphäre zu gewährleisten.

Paneldiskussion ggf. Fishbowl. Hierbei würden 2 weitere leere Stühle für neue Redner*innen aus dem Publikum dazugestellt werden, und Redner*innen könnten durch kurzes Antippen aufgefordert werden die Runde wieder zu verlassen, um Platz für neue zu schaffen. Auf dem Panel sollen 5 Vertreter*innen verschiedener Stakeholder-Gruppen kurz in 5 Minuten ihre Perspektive erläutern. (25 Minuten) Anschließend hat jede*r 2 Minuten Zeit um nochmal auf die Beiträge der anderen Bezug zu nehmen. (10 Minuten) Anschließend verbleiben bei einem Zeitrahmen von 60 Minuten die restlichen 25 Minuten für Fragen aus dem Publikum. Wirtschaft

Statistik

Stakeholdergruppe Anteil eingereichter Vorschläge (gerundet)
Jugend 15,4%
Parlament 3,8%
Regierung 3,8%
Technische Community 7,7%
Wirtschaft 15,4%
Wissenschaft 19,2%
Zivilgesellschaft 34,6%
Geschlechteranteil Gesamt Prozentual
12 Männlich 46,2%
9 Weiblich 34,6%
5 Weder Noch 19,2%

Weiterführende Links

Website des Internet Governance Forums Deutschland

Website des UN Internet Governance Forum

Deutschland ist Gastgeberland des UN Internet Governance Forum 2019. Mehr Informationen